Die Haut


Haut und Hautalterung

Die Haut ist lebenswichtig
Die Haut bildet das flächenmässig grösste Organ des menschlichen Körpers und übernimmt eine Vielzahl unentbehrlicher Funktionen. Als komplexe Schnittstelle zwischen Körper und Aussenwelt spielt sie eine Schlüsselrolle bei der Wärmeregulation und fungiert als Schutzschild gegen schädliche Umwelteinflüsse.

Die Haut als Sinnesorgan
Als wichtigstes Organ für die taktile Wahrnehmung reagiert die Haut auf Berührungsreize und übermittelt dem Organismus lebenswichtige Informationen aus der Umgebung.

Die Haut als Kontaktorgan
Indem sie den Körper schützend von der Umwelt abgrenzt, auf Reize reagiert, Signale verarbeitet und nicht zuletzt das äussere Erscheinungsbild entscheidend prägt, übernimmt die Haut auch wichtige soziale Funktionen.

Als “Stimmungsanzeiger“ (Erröten, Erblassen, etc.) widerspiegelt Sie Empfindungen und verrät dem Gegenüber einiges über unsere körperliche und seelische Verfassung.

Die Hautalterung
Mit zunehmendem Alter ändern sich die Bedürfnisse der Haut und die Zellerneuerung verlangsamt sich. Umwelteinflüsse und die Zellalterung sind weitere Faktoren, welche die natürliche Selbstschutz- und Regenerationsfähigkeit der Haut beeinträchtigen: Sie wird dünner, trocken, bildet Fältchen und verliert an Elastizität.

Beim Hautalterungsprozess werden zwei Vorgänge unterschieden:

1.Intrinsische bzw. chronologische Hautalterung
Hierbei handelt es sich um die natürliche Hautalterung als Folge des Ablaufens der biologischen Uhr (Zeitalterung). Sie wird durch genetische und hormonelle Faktoren bestimmt und führt zu einer fortschreitenden strukturellen und funktionellen Degeneration der Haut.

2.Extrinsische Hautalterung
Die extrinsische oder äussere Hautalterung wird verursacht durch:

  • wiederholte Sonnenexposition der Haut (lichtbedingte Hautalterung)
  • eine unausgewogene Lebensweise (Tabak, Alkohol etc.)


Die sichtbaren Zeichen der Hautalterung sind:

  • Verlust an Leuchtkraft und Ausstrahlung
  • Verlust an Hautsubstanz = nachlassende Hautdichte
  • Volumenverlust (Lipoatrophie) = Gewebeerschlaffung
  • Hauttrockenheit
  • zunehmender Feuchtigkeitsmangel durch sinkenden körpereigenen Hyaluronsäuregehalt
  • Pigmentverschiebungen = “Altersflecken“


Nach und nach verändern sich Gesichtsoval und –erscheinungsbild und erste Fältchen zeichnen sich ab. Mit der Zeit werden aus feinen Linien bleibende Falten.

Beim Mann setzt die Hautalterung zwar später, dafür umso plötzlicher und drastischer ein
Die männliche Haut altert gewöhnlich später als die weibliche, weil die Dermis des Mannes dicker und kollagenreicher ist. Hat der Alterungsprozess erst einmal begonnen, bilden sich indes tiefere und ausgeprägtere Falten als bei der Frau.

Der Aufbau der Haut

Begleiten Sie uns auf einen Streifzug durch die verschiedenen Hautschichten und lernen Sie dabei die vielfältigen Aufgaben der Haut näher kennen.

Einige anatomische Fakten vorab:

Bei einem 75 kg schweren Erwachsenen wiegt die Haut rund 4 kg (ohne Unterhaut) und hat je nach Körperstelle einen Durchmesser von bis zu 2 mm (dicker an den Fusssohlen, dünner an den Augenlidern).

Die Haut besteht aus:

- drei übereinanderliegenden Schichten (von aussen nach innen):

    • Epidermis (Oberhaut - Bild 1): Äusserste Schicht. Schützt vor schädlichen Umwelteinflüssen.
    • Dermis (Lederhaut - Bild 2): Mittlere Schicht. Stützfunktion.
    • Subcutis (Unterhaut - Bild 3): Unterste Schicht, hauptsächlich Fettgewebe. Dient als Energiespeicher.

- Hautanhangsgebilden:

    • Schweissdrüsen: sondern Schweiss ab
    • Talgdrüsen: sondern Talg ab
    • Hornbildungen der Oberhaut: Haare und Nägel


Der Hydrolipidfilm ist eine durch Schweiss- und Talgabsonderungen gebildete Emulsion auf der Hautoberfläche. Er trägt dazu bei, den hauteigenen pH-Wert zu regulieren, wirkt als Schutzfilm, befeuchtet die Oberhaut und hält sie geschmeidig.

- Blut- und Lymphgefässe, freie Nervenendigungen

Die Epidermis (Oberhaut)

Die dermoepidermale Verbindung grenzt die Epidermis von der darunter liegenden Dermis (Lederhaut) ab. Sie besitzt eine durchschnittlich 1 Millimeter dicke, geschichtete Struktur.

4 Zelltypen sind darin zu finden:

  • Die Keratinozyten: Bilden das epidermale Keratin; mit 80 % der vorherrschende Zelltyp in der Epidermis.
  • Melanozyten: Pigmentbildende Zellen; produzieren das Hautpigment Melanin, das der Haut ihre Bräune verleiht und vor UV-Strahlung schützt.
  • Langerhans-Zellen: Spielen als “Wachposten“ eine zentrale Rolle bei der Immunabwehr, indem sie z. B. Allergene binden.
  • Merkel-Zellen: Neuroendokrine Zellen; als sensorische Rezeptoren an der taktilen Wahrnehmung beteiligt.

Sie gliedert sich von innen nach aussen in

4 übereinanderliegende Zellschichten:

  • Basalschicht (Stratum basale): Tiefe Schicht der Epidermis; bildet die Keratinozyten genannten Keimzellen, die Melanozyten und die Merkel-Zellen.
  • Stachelzellschicht (Stratum spinosum)
  • Körnerschicht (Stratum granulosum)
  • Hornschicht (Stratum corneum): Äusserste Schicht der Epidermis; besteht aus verhornten Zellen, Korneozyten genannt, sowie der interzellulären Lipidmatrix.

Zellerneuerung oder Keratinisierung
Die Epidermis unterliegt einem ständigen Erneuerungsprozess. In der Basalschicht bilden sich Keratinozyten, die sich in zwei identische Zellen teilen. Eine Tochterzelle bleibt an Ort und teilt sich weiter, während die andere allmählich zur Hornschicht hinaufwandert – der äussersten, sichtbaren Schicht der Epidermis.

Dieser Verhornungsprozess wird als Differenzierung bezeichnet.
An der Hautoberfläche stossen die Keratinozyten die Korneozyten (in kernlose, flache Hornzellen umgewandelte Keratinozyten) fortlaufend als Hautschüppchen ab. Diese “Desquamation“ genannte Abschilferung ist die letzte Etappe im Lebenszyklus einer Epidermiszelle. Er dauert zwischen 21 und 28 Tagen.

So erneuert sich die Epidermis (Zellerneuerung).

Die Dermis (Lederhaut) und die Proteinfasern

Die Lederhaut (Dermis) bildet das Stützgerüst der Haut: Eine gelartige, von Bindegewebsfasern durchzogene Grundsubstanz umhüllt als weitverzweigtes Geflecht die darin eingebetteten Gefässe und Zellen. Sie bindet zwischen 20 % und 40 % des körperlichen Wasseranteils und ist 10- bis 40-mal dicker als die Epidermis. Man unterscheidet 3 Schichten:

  • Papillenschicht
  • Netzschicht
  • Tiefe Dermis

Die Fibroblasten bilden in der Dermis eine Art dreidimensionales Netz zwischen den verschiedenen Proteinfasern, das der Verankerung der Epidermis dient und der Haut ihre mechanischen Eigenschaften wie Widerstandskraft (Kollagen) und Elastizität (Elastin) verleiht. Eine gelartige Grundsubstanz aus Eiweiss-Zucker-Verbindungen (Proteoglykane) bindet Feuchtigkeit.

Die Energie- und Nährstoffversorgung der Haut erfolgt ebenfalls durch ein fein verästeltes Netzwerk von Blutgefässen in der Dermis, womit ihr eine entscheidende Rolle bei der Vernarbung und der Wärmeregulierung zukommt.

Aufbau der Dermis
Die Dermis besteht hauptsächlich aus:

  • Fibroblasten: Vorherrschender Zelltyp der Lederhaut. Synthetisieren die Kollagen- und Elastinfasern sowie die strukturellen Glykoproteine. Mit fortschreitendem Alter nimmt der Anteil dieser Fasern in der Haut ab. Ihre Anzahl verringert sich im Alter zwischen 20 und 80 Jahren um die Hälfte.
  • Kollagen: Nichtelastische Faser; als wichtigstes Strukturprotein Hauptbestandteil der Bindegewebsfasern; dient als Stütze für das umliegende Gewebe. Sorgt für die mechanische Stabilität und Dehnbarkeit der Haut. Kollagenfasern sind in der Lage, Wasser zu binden und tragen so zur Feuchtigkeitsversorgung der Haut bei.
  • Elastin: Elastische Faser; eine Proteinfaser mit der besonderen Eigenschaft, sich zusammenziehen und dehnen zu können; verleiht dem Gewebe Elastizität und Geschmeidigkeit.
  • Extrazelluläre Matrix oder Grundsubstanz: Umgibt die Bindegewebsfasern und hält sie zusammen. Besteht aus einer gelartigen Substanz aus Wasser und Proteinen (= Proteoglykane / Glykoproteine oder Mucopolysaccharide und Glykosaminoglykane GAG), deren wichtigster Vertreter die Hyaluronsäure ist: Moleküle auf Zuckerbasis, deren Aufgabe darin besteht, das Wasser in der Lederhaut zu binden.

Die Subcutis (Unterhaut)

Sie fungiert als Energiespeicher der Haut.

Die Subcutis besteht vor allem aus lockerem Bindegewebe und Fettgewebe. Die darin eingebetteten, läppchenartigen angeordneten und von Bindegewebssepten durchzogenen Adipozyten sind auf die Speicherung von Fettsäuren programmiert.

Einer Matratze vergleichbar, bestimmt die Subcutis die Körperkonturen, wirkt als Stossdämpfer bei mechanischen Einwirkungen und schützt den Körper vor Kälte. Ihre Dicke variiert Mensch zu Mensch und je nach Körperpartie.

Die Haut des Mannes: Unterschiede

Die unterschiedlichen Hormonsysteme von Mann und Frau beeinflussen den Stoffwechsel massgeblich und verursachen so die Hautunterschiede bei den Geschlechtern.

Männerhaut weist folgende Merkmale auf:

  • Die Epidermis des Mannes ist rund 24 % dicker als diejenige der Frau.
  • Sie sekretiert einen dickeren und widerstandsfähigeren Hydrolipidfilm.
  • Sie ist grossporiger.
  • Ihre Struktur ist robuster und rauer.
  • Die Behaarung ist stärker.